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Kommentare zu Zitaten von Meister Baso
Unterweisung von Meister Roland Yuno Rech, Sesshin in der Grube Louise, Okt. 2007

Samstag, 2. Zazen

Während Zazen konzentrieren wir uns auf die Körperhaltung. Der Körper ist immer völlig hier, während der Geist dazu neigt zu entfliehen. Wenn man sich auf den Körper konzentriert, durchdringt man hier und jetzt die Wirklichkeit und kann viele Sorgen und Beschäftigungen des Alltags aufgeben.
Obwohl wir mit dem Körper praktizieren und glauben, dass es unser eigener Körper ist, gehört uns dieser Körper nicht. Er gehört zum ganzen Universum, genauso wie die Welle zum Ozean gehört. Sie ist eine bestimmte Form des Ozeans. Was wir unseren eigenen Körper nennen, ist eine Form des Universums.

Zu diesem Thema zitiert Meister Baso in seinen Gesprächen aus dem Vimalakirti-Sutra: „Dieser Körper ist zusammengesetzt aus vielen Erscheinungsformen, aus verschiedenen Elementen. Wenn er geboren wird, werden nur Elemente geboren. Wenn er vergeht, vergehen nur Elemente. Wenn diese Elemente geboren werden, sagen sie nicht: ‚Ich werde geboren.’ Wenn sie vergehen, denken sie nicht: ‚Ich vergehe.’ Was man ‚Ich’ nennt, ist in Wirklichkeit ein Gedanke, ein geistiges Konstrukt, das seinen Sitz im vierten Seinsbestandteil hat.“

Die fünf Aggregate oder Seinsbestandteile sind, wie ihr wisst, der Körper oder die Materie (shiki), die Empfindungen, die Wahrnehmungen, die geistigen Erzeugnisse und der Wille und schließlich das Bewusstsein. Wenn wir Zazen praktizieren, können wir das Spiel dieser Seinsbestandteile beobachten, wie sie in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit funktionieren. Sie funktionieren vorübergehend gemeinsam und bilden eine Einheit, so wie eine Welle auf der Oberfläche des Ozeans eine besondere Form ist, die sich von den anderen Formen unterscheidet. Dies führt dazu, dass man von „Ich“ redet, um auszudrücken, dass man sich anders als die anderen fühlt und sich vom Rest unterscheidet. Man identifiziert sich folglich mit dem, was erscheint und verschwindet, mit etwas, das geboren wird und stirbt, mit seinem Körper, seinen Empfindungen, Wahrnehmungen, Gedanken und mit seinem Bewusstsein.

Im Zazen können wir genau erkennen, dass in all dem nichts Stabiles, nichts Festes ist, nichts das ein autonomes Ich bildet, nur ein Netz von gegenseitigen Abhängigkeiten, eine Begegnung von verschiedenen Elementen. Wenn wir aufhören, uns mit dem zu identifizieren, was in jedem Augenblick erscheint und verschwindet, wenn wir aufhören, eine Identität zu bilden, wo es doch nur Unbeständigkeit gibt, dann können wir die Dimension der Existenz ohne Geburt und ohne Tod realisieren und gleichzeitig die Wurzel all unserer Anhaftungen unbewusst und natürlich durchtrennen, ohne uns willentlich bemühen zu müssen. Genauso wie es im Herbst nicht nötig ist, die Blätter abzuschneiden oder an ihnen zu zerren. Sie werden rot und fallen ganz natürlich ab. Es ist die datsuraku-Praxis: ganz natürlich loslassen, genauso wie die Blätter sich von den Zweigen der Bäume lösen.
Wenn wir dies praktizieren, das heißt, wenn wir unsere Unwissenheit aufgeben, unsere Gier, unsere Feindseligkeit und unseren Hasses gegen alles, was uns stört, Unbeständigkeit, Krankheit, Alter und Tod miteingeschlossen, erleben wir das Nirvana. Was für die meisten Menschen das Samsara, die Leidensrunde ist, wird zum Rad des Dharma.

Baso gibt einen Rat, wie wir dies ganz konkret praktizieren können. Er sagt: „Wenn der vorherige Gedanke, der folgende Gedanke und der mittlere Gedanke nicht miteinander verbunden werden, ist jeder Gedanke im Verlöschen des Nirvana.“
Man nennt es das Samadhi des Siegels des Ozeans, das genau wie der Ozean alles umfasst. Die hunderttausend verschiedenen Wasserläufe fließen zu ihm zurück. Sein Wasser hat einen einzigartigen Geschmack und beinhaltet alle Geschmäcke.

Wenn wir die Gedanken, die auftauchen, nicht miteinander verbinden, lassen wir sie zur Quelle zurückkehren, aus der sie hervorkommen. Das ist die Erfahrung des hishiryo-Bewusstseins während Zazen. Hi, jenseits, shiryo, des Denkens, das heißt, alle auftauchenden Gedanken augenblicklich loszulassen, ohne sie miteinander zu verknüpfen. Sich einfach auf eine Einatmung konzentrieren, wenn man einatmet, und auf eine Ausatmung, wenn man ausatmet.
Eine Einatmung, ein Gedanke erscheint.
Eine Ausatmung, er verschwindet.
Wenn wir so praktizieren, harmonisieren wir uns ganz natürlich mit dem Dharma, mit der kosmischen Ordnung. Wir können von jetzt an den Frieden des Nirvana realisieren und aufhören, in uns und um uns herum Unruhe zu schaffen