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Unsere wahre Natur
Unterweisung von Meister Roland Yuno Rech, Sesshin in der Grube Louise, Okt. 2006

Freitag, 1. Zazen

Neigt das Becken gut nach vorne und drückt die Knie fest auf den Boden. Entspannt den Bauch. Wir sitzen so auf dem Zafu, als wollten wir vermeiden, dass der After das Kissen berührt. Auf diese Weise sind wir gut in der sitzenden Haltung verwurzelt. Gleichzeitig strecken wir von der Taille aus die Wirbelsäule und den Nacken, wobei das Kinn leicht zurückgezogen ist. Wir drücken den höchsten Punkt des Kopfes in den Himmel und dehnen auf diese Weise den Oberkörper völlig zwischen Himmel und Erde aus.

Lasst alle unnötigen Spannungen im Rücken und in den Schultern los. Der Blick ruht vor euch auf dem Boden. Fixiert keinen besonderen Punkt und haftet nicht an den Dingen, die ihr seht. Kein visuelles Objekt stört uns. Wir müssen nicht die Augen schließen, um konzentriert zu sein. Den Dingen, die man sieht, nicht anhaften heißt, sie nicht zu benennen und sie in seinem Geist nicht zu kommentieren. Wir denken nicht, dieses ist schön und jenes ist nicht schön, oder dies mag ich und jenes mag ich nicht. Wir begnügen uns damit, die Dinge einfach so zu sehen, wie sie sind und wie sie erscheinen. Wenn Kommentare in unserem Geist auftauchen, beobachten wir sie einen Augenblick lang als das was sie sind, ohne sie weiterzuspinnen. So verschwindet die Ursache der mentalen Unruhe sehr schnell.

Das Gleiche gilt für die sechs Sinne. Wir verschließen uns nicht davor, die äußere Umgebung wahrzunehmen, wir bleiben im Gegenteil völlig offen und empfänglich. Aber dem, was erscheint, fügen wir keine Kommentare des Egos hinzu. Wenn Kommentare auftauchen, sehen wir sie einfach als das was sie sind, ohne ihnen nachzugehen.

Die linke Hand liegt in der rechten Hand, die Daumen sind waagerecht. Die Hände machen nichts und ergreifen nichts. Dies bestärkt die Haltung des Geistes, nach nichts zu greifen. So können sich die geistigen Aktivitäten beruhigen und der Geist klar werden. Wenn der Geist klar ist, können wir uns sehen, wie wir sind. Wir können zur Wirklichkeit unserer Existenz erwachen und ihre wahre Natur erkennen. Das ist der Sinn eines Sesshins: mit unserem Geist vertraut werden, die wahre Natur unserer Existenz sehen und uns mit ihr ganz konkret im täglichen Leben harmonisieren. Wir können sie einfach ausdrücken, ohne sie ausdrücken zu wollen, ganz natürlich mit Worten oder schweigend, mit allen Handlungen des Alltags.