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Buddha sein im Alltag
Unterweisung von Meister Roland Yuno Rech, Sesshin in der Grube Louise, Feb. 2009

Sonntag, 2. Zazen

Wir haben drei Tage lang gemeinsam den Weg Buddhas praktiziert. Das heißt, wir sind der gleichen Praxis gefolgt, haben uns der gleichen Richtung zugewandt, der Richtung des Lebens, die uns über uns selbst und über Buddha hinauszieht. Buddha folgte dem Weg, er hat ihn nicht erschaffen. Der Weg wurde nicht erschaffen, er ist ungeboren, unbegrenzt und geht über Buddha hinaus. Buddha hatte ihn nur gezeigt, so wie alle Meister der Weitergabe nach ihm. Jeder aber muss ihn selber durchlaufen, ohne ihn durch seine persönlichen Vorstellungen einzuschränken. Das Wertvolle an der Praxis des Weges ist, dass sie uns den Geist öffnet, indem sie alles beiseite fegt, was ihn überfüllt.

Das ist der Sinn von gyobutsu: das Erwachen in der Praxis, die erwachte Praxis, die uns mit der höchsten Wirklichkeit unseres Lebens in Einklang bringt. Kein Wort kann sie beschreiben, selbst wenn wir vom unbegrenzten Weg sprechen, weil sie über alle Begriffe hinausgeht. Und im Gegenteil zu vielen Religionen, bei denen Gott unendlich, überragend und unbegrenzt ist, so dass er uns und der Welt völlig fremd wird und entfernt und verborgen ist, liegt der Zen-Weg unter unseren Füßen und in uns selbst. Wir sind selbst der Weg und praktizieren aus diesem Vertrauen heraus. Daher ist alles, was wir aufgeben, um dem Weg zu folgen, um ihn zu praktizieren, jenseits von Verlust und Gewinn. Es ist einfach die Verwirklichung von uns selbst, von der wahren Dimension unseres Lebens. Dadurch können wir unsere Energien zu mobilisieren, um mit der Wirklichkeit in Harmonie zu leben. Alle Orte und alle Momente des Lebens sind Gelegenheiten, um dies zu realisieren. Es hört nicht am Ende des Sesshins auf. Das Sesshin ist nur ein besonderer Moment, in dem alles vorbereitet wurde, damit wir ein Leben in Harmonie mit dem Weg erfahren können. Jenseits des Sesshins gibt es die Praxis in den Dojos und die Praxis im täglichen Leben. Sie hat kein Ende.

 

Übersetzung: Silvia Leyer