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Funktionsweisen des Geistes
Unterweisung von Meister Roland Yuno Rech, Sesshin in der Grube Louise, Okt. 2008

Freitag, 2. Zazen

Wenn wir uns völlig auf die Zazen-Haltung konzentrierten, wenn wir in der Zazen-Haltung aufgehen, können wir unsere Anhaftungen an unseren begrenzten Körper und unseren begrenzten Geist aufgeben. Wir verwirklichen unseren wahren Körper und unseren wahren Geist, erwachter Körper und Geist, Körper und Geist Buddhas, das heißt, Körper und Geist in Einklang mit der wahren Natur. Meister Deshimaru nannte dies, zu unserem normalen, ursprünglichen Zustand zurückkehren.

Wenn wir uns in Zazen setzen und so praktizieren, wie Buddha praktizierte, wird dieser unser Körper wie Buddhas Körper und geht über jede Trennung zwischen uns selbst und Buddha hinaus. Man nennt das, seinen wahren Körper realisieren, der nicht auf diesen Hautsack voller Knochen beschränkt ist.

Der Buddha-Körper hat drei Aspekte. Zuerst der physische Körper, den man den Körper der Umwandlung nennt, der Körper von Shakyamuni, der fünf Jahrhunderte vor Christus lebte und seinen Schülern das Dharma predigte. Es ist der gleiche Körper, mit dem wir hier und jetzt Zazen praktizieren, ein Körper, der geboren wird, der in der Unbeständigkeit lebt und der sich im Moment des Todes auflöst.

Wenn man wie Buddha praktiziert, verkörpert und manifestiert dieser Körper gleichzeitig das Dharma. Man nennt ihn auch hoshin, den Dharma-Körper. Dieser Körper ist jenseits von Geburt und Tod, denn dieses Dharma ist eine universelle Wahrheit, die ohne Anfang und Ende ist. Es ist der gleiche Körper, der sich in allen Wesen manifestiert, ein Körper, der nur in völliger wechselseitiger Abhängigkeit mit allen Wesen und wie alle Wesen existiert. Auch er hat keinen Anfang und kein Ende, er ist jenseits von Geburt und Tod. Durch die Zazen-Praxis können wir eine Intuition für diesen Körper entwickeln, für diese Wirklichkeit, die dieser Körper darstellt. Man nennt dies manchmal immo. Es lässt sich nicht in Worte oder Begriffe einschließen, es ist jenseits all unserer Vorstellungen.

Und dann gibt es den Körper, der die Verdienste der Praxis erhält. Man nennt ihn manchmal den freudvollen Körper Buddhas. Es ist der Körper, den die Bodhisattva benutzen, um in verschiedenen Welten wiedergeboren zu werden und um allen Wesen zu helfen.
Wenn man keine Trennungen mehr zwischen sich und den anderen schafft, wenn das eigene Leben wirklich durch die Bodhisattva-Gelübde angetrieben wird und man allen Wesen zur Hilfe eilt, ist es dieser Körper, der sich manifestiert. Auch wenn man mit diesem Körper tief Zazen praktiziert, entfalten sich seine verschiedenen Aspekte. Man kann sie konkret realisieren, indem man die gyoji-Praxis verfolgt, die beständige Praxis mit den anderen, mit der Sangha.