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Jijuyu Zanmai - Die Freude des Erwachens

Auszug der Unterweisung von Meister Roland Yuno Rech
vom Sesshin in der Grube Louise, Januar 2018.


Alle Unterweisungen des Sesshins -> Download (PDF)

Freitag, 1. Zazen

Verschwendet während Zazen eure Zeit nicht damit, euren Gedanken zu folgen. Konzentriert euch völlig auf die Körperhaltung. Neigt das Becken gut nach vorn und drückt die Knie fest auf den Boden. Streckt von der Taille aus gut die Wirbelsäule und den Nacken. Drückt den Himmel mit dem Kopf und die Erde mit den Knien. So wird der Körper völlig zwischen Himmel und Erde ausgestreckt. Lasst alle Verspannungen in den Schultern und im Rücken los. Das Gesicht ist entspannt, insbesondere der Kiefer. Die Zunge liegt am Gaumen. Die Konzentration auf die Berührung der Zunge am Gaumen hilft, das sprachliche Denken zu beenden.

Während Zazen denkt man nicht mit Worten; man hält keinen inneren Monolog. Man denkt mit dem Körper, durch den Körper. Es ist ein Denken, das keine Trennung, keine Anhaftung an Begriffe, an geistige Konstrukte schafft. Im Zazen lernt man, völlig mit seinem Körper zu leben. Der Geist kann zur Ruhe kommen. Jedes Mal, wenn wir zu den wichtigen Punkten der Haltung zurückkehren, lassen wir ganz natürlich und ohne Anstrengungen die Gedanken los, ohne irgendetwas zurückzuweisen. Wir richten einfach unsere ganze Energie auf die Körperhaltung.

Die Augen sind halb geschlossen. Der Blick ruht vor uns auf dem Boden. Wir fixieren keinen besonderen Punkt. So wird der Blick weit wie der Geist, der alles umfasst, ohne an etwas Besonderem festzuhalten und ohne etwas abzulehnen.
Wir beenden jeden Kampf. Wir kämpfen nicht gegen unsere Illusionen, wir kämpfen nicht, um das Satori zu erlangen. Der Geist ist in Frieden und völlig auf das konzentriert, was hier und jetzt geschieht, ohne Trennungen oder Gegensätze zwischen innen und außen, zwischen sich selbst und den anderen zu schaffen.

Aus diesem Grund ist es nicht nötig, die Augen zu schließen, um sich zu konzentrieren. Es ist auch nicht nötig, sich die Ohren zu verstopfen. Man braucht sich nicht von den Empfindungen oder den Wahrnehmungen der äußeren Welt abzuschotten. Man praktiziert Zazen mit all dem, was da ist. Das Bewusstsein in Zazen empfängt alles wie der weite Ozean, ohne von irgendetwas getrübt zu werden.

Dieser weite Geist ist der Geist Buddhas. Der Buddha war kein übernatürliches Wesen. Er war wie ihr und ich. Wenn wir wahrhaft shikantaza praktizieren, werden wir wie Buddha. Das gleiche Erwachen, die gleiche Verwirklichung, ohne daran zu haften, unbewusst, natürlich und automatisch, wie Meister Deshimaru immer sagte.

Zu Beginn eines jeden Sesshin wiederhole ich diese wesentlichen Anweisungen zur Zazen-Praxis. Begnügt euch nicht damit, sie zu hören. Erinnert euch in jedem Augenblick daran, sie zu praktizieren.