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Guckst Du | Texte | Kusen - Mündliche Unterweisungen im Dojo

Die Konzentration während Zazen

Konzentriert euch immer wieder gut auf eure Haltung. Neigt das Becken nach vorne und drückt die Knie fest auf den Boden. Entspannt gut den Bauch. Streckt von der Taille an die Wirbelsäule und den Nacken. Lasst dabei alle Spannungen in den Schultern los. Das Kinn ist leicht zurückgezogen.

Während Zazen richten wir den Blick auf die Wand, ohne etwas Bestimmtes zu fixieren. Wir schließen nicht die Augen. Manche Menschen glauben, sie können sich mit geschlossenen Augen besser konzentrieren. In Wirklichkeit aber sind es nicht die visuellen Objekte, die unsere Konzentration stören, sondern die Tatsache, dass wir diesen Phänomenen anhaften. Das Ziel von Zazen ist nicht, sich von allen Phänomenen abzuwenden oder sich zu verschließen, sondern ihnen nicht anzuhaften. Wem es gelingt, die Phänomene vorbeiziehen zu lassen, kann alles sehen, alles betrachten, ohne von dem Gesehenen gestört zu werden. Diese Betrachtungsweise ist sehr wichtig für das tägliche Leben.

Im Zen geht es nicht darum, sich den Phänomenen zu entziehen. Wir leben wie Bodhisattvas inmitten der Phänomene des täglichen Lebens mit einem Bewusstsein, das sich nicht an Phänomene klammert, sondern ihre wahre Natur sieht. Auf diese Weise kann man sie mit großer Weisheit betrachten und großes Mitgefühl entwickeln, ohne sich von der Welt zu isolieren. Stattdessen sieht man die Welt, wie sie ist. Man sieht sich selbst, wie man ist, mit einem Geist, der auf nichts verweilt. Dazu ist es wichtig, sich immer wieder auf den Körper und die Atmung zu konzentrieren, um zum gegenwärtigen Augenblick zurückzukommen, zur einzigen wahren Wirklichkeit, anstatt in virtuellen Welten unserer Gedanken zu leben. So bleiben wir in Kontakt mit der Realität und können von ihr Unterweisungen empfangen.

Den Weg Buddhas praktizieren heißt, zu lernen, alle Phänomene als Unterweisungen anzusehen. Anstatt uns über ein Missgeschick zu ärgern oder uns über etwas zu beklagen, beobachten wir einfach, was in uns und um uns herum geschieht, ohne direkt eine Bewertung abzugeben und ohne etwas auszuwählen oder abzuweisen. Eins sein mit dem was geschieht, eins sein mit allen Wesen, aber dazu brauchen wir einen aufnahmebereiten und verfügbaren Geist, der sich nicht in Gedankenwelten verliert oder auf Vorstellungen beharrt. Dieser Geist sieht die Gedanken, die auftauchen, und lässt sie mit der nächsten Ausatmung wieder ziehen.
So behalten wir einen Geist, der immer frisch, immer neu ist und wie ein Spiegel funktioniert. Er reflektiert alles, was vor ihm erscheint, ohne auszuwählen oder abzulehnen, und lässt alles wieder ziehen. Wenn er Spuren der Bilder, die er reflektiert, behalten würde, würde er nicht mehr wie ein Spiegel funktionieren.

Der Mund ist im Zazen geschlossen, die Zunge liegt am Gaumen. Oft entwickelt sich während Zazen eine Art innerer Dialog. Man diskutiert mit sich selbst oder mit einem imaginären Gegenüber. Wenn man sich auf die Zungenspitze konzentriert oder auf die Berührung der Zunge gegen den Gaumen, bewegt sie sich nicht, was hilfreich ist, um den inneren Dialog zu beenden.

Die linke Hand liegt in der rechten Hand, die Daumen sind waagerecht und berühren sich sanft. Wenn ihr müde seid, hängen die Daumen und bilden ein Tal. Seid ihr stattdessen zu aufgeregt, zeigen die Daumen nach oben und bilden einen Berg. Achtet daher darauf, die Daumen waagerecht zu halten. Dies hilft dem Geist, offen und konzentriert in einem Zustand der Wachsamkeit zu sein, anders gesagt, in einem erwachten Zustand.

Ro-1701 09/2017

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